Cradle Of Filth – „The Screaming Of The Valkyries“-Tour 2025
Vergangene Woche beehrte uns die britische Black Metal/Gothic-Formation „Cradle Of Filth“ auf ihrer Tour zum aktuellen Album „The Screaming Of The Valkyries“ im Modernes. Mit dabei hatten sie die Death-Thrasherinnen von „Nervosa“ aus Brasilien, sowie die Newcomer von „Naraka“

Bremen. Leider ein bisschen spät kam ich ins gut gefüllte Modernes, sodass die Opener des Abends schon in der Mitte ihres Sets waren. Mit Naraka aus Frankreich haben die Booker aber auf jeden Fall ein gutes Händchen bewiesen. Das Pariser Quartett ballerte modernen Black/Death in die gut gefüllten ersten Reihen. Musikalisch würde ich die Herren als eine Mischung aus „Cradle Of Filth“, „Behemoth“ und „Gojira“ bezeichnen. Diese Kombination ging allemal genauso direkt ins Ohr und war ein guter Start in den Konzertabend.
Nach einem schnellen Changeover ging es an den heimlichen Headliner des Tages. Dies war leicht an der hohen Anzahl an getragenen Shirts, sowie dem dichten Gedränge im vorderen Bühnenbereich erkennbar. Die vier Damen von Nervosa machten ab der ersten Sekunde keine Gefangenen und bolzten gnadenlos voran. Die ersten Runden gingen über Kracher wie „Behind The Wall“, „Kill The Silence“ und „Perpetual Chaos“. Leider hatten die Brasilianerinnen ab diesem Punkt mit technischen Problemen zu kämpfen. Mit einem fiesen Quietschen verabschiedete sich die Gitarre von Sängerin Prika und sollte bis zum Ende des Sets auch nicht wieder hörbar sein. Sehr schade, da die schnellen, thrashigen Passagen von Songs wie „Masked Betrayer“, oder „Jailbreak“ von ihren druckvollen Twinguitars leben. Das interessierte die Ladys aber null und sie powerten unentwegt weiter. Langsam ging die Show dann leider schon in den Endspurt. Es wurde noch einmal das grandiose „Endless Ambition“ rausgehauen und dann war das 45-minütige Spektakel leider schon vorüber. Immer wieder eine sehenswerte Band!
Kommen wir nun zum eigentlichen Headliner des Abends! Nach einer erfrischend kurzen Umbaupause starteten Cradle Of Filth mit einem ausgedehnten Intro vom Band direkt mit einem Track vom diesjährigen Album „The Screaming Of The Valkyries“. Der Sound war erfrischend straff, sodass die feinen Gitrarrenlinien und die delikaten Keys gut zur Geltung kamen – ohne dabei den nötigen Druck einbüßen zu müssen. Es ging direkt weiter mit „The Forest Whispers My Name“, einem Track von „The Principle Of Evil Made Flesh“ – dem Album, welches der Band zu ihrem heutigen Status verholfen hat. Und da muss ich leider auch den Elefanten im Raum adressieren! Nein, Danni Filth kommt leider heutzutage nicht mehr in die Höhen, in welchen dieses infernale Gekreische der Anfangstage der Band angesiedelt war – was natürlich sehr schade ist, aber knapp 30 Jahre nach Erscheinen der Platte auch nicht sonderlich verwunderlich. Die Band bolzt trotzdem gut voran, auch kann man ab und an ein Lächeln unter den unzähligen Schichten Make-Up der Band erkennen. Weiter ging es im Set, welches zum großen Teil aus Best-Of-Material bestand und mit hier und dort eingesprenkeltem Material der aktuellen Scheibe aufgelockert wurde. Nach gerade einmal zehn Songs sprang dann schon das Outro rein und die Band verabschiedete sich von den anwesenden Fans. Das sollte aber nicht das Ende des Abends sein! Nach der unvermeidlichen kurzen Pause und ein paar Rufen nach einer Zugabe, stand die Band wieder auf der Bühne. Zum Abschluss gab es noch einmal drei Songs um die Ohren gehauen, wobei natürlich „Her Ghost In The Fog“ das Finale der Show bildete.
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