Hansemosh – das jährliche Familientreffen
Die ersten Sonnenstrahlen kündigen, wie jedes Jahr, das Hansemosh Metalfeast an. Diesmal waren Acts wie Attic, Verheerer oder Ravanger am Start. Wir waren für euch bei der mittlerweile elften Ausgabe dabei.

Bremen. Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, auch bei der mittlerweile elften Ausgabe des Bremer Metalfeasts dabei zu sein. Wie nicht anders zu erwarten war, wimmelten sich pünktlich zum Einlass um 17 Uhr eine Menge Musikbegeisterte vor der Schaulust. Dies konnte zum einen an dem äußert schönen, sonnigen Nachmittag liegen, zum anderen daran, dass dieses Jahr schon mit dem Opener ein wahrer Brecher auf der Bühne stand.
Pünktlich um 18 Uhr strömten alle Anwesenden zu Soulgrinder vor die Bühne. Das Bremer Trio servierte gleich zu Beginn deftigen Deathmetal. Schon nach ein paar Tönen konnten die drei mit ihrem rollenden, an Bolt Thrower erinnernden Groove überzeugen. Hier und dort wurde die Sache noch mit atmosphärischen Keys unterlegt, welches der Kiste stellenweise die nötige Epic verlieh. Auf jeden Fall ein guter Einstand in den Abend.
Nach dem Abriss wurde der Abend nun in ein wesentlich ruhigeres Fahrwasser gelenkt. Servants To The Tide, ursprünglich als Soloprojekt gestartet, versprühten maritim angehauchten Epic-Doom. Die ausladenden, melodiegespickten Songs der Hamburger gingen auf jeden Fall sehr gut ins Ohr. Leider war, natürlich auch stilistisch bedingt, auf und vor der Bühne wenig Action. So plätscherte, im wahrsten Sinne des Wortes, die Show leider vor sich hin und nach 40 Minuten war Schluss.
Anschließend konnte mehr Bewegung erwartet werden, denn als nächstes standen Ravager aus Walsrode auf der Bühne. Der technisch auf hohem Niveau gezockte Thrash der fünf Herren brachte im vorderen Bühnenbereich gleich einiges durcheinander. Hier wurden die Haydays des Bay-Area-Thrashs zelebriert. Die ersten Pits wurden gestartet und die ein oder andere Person glitt auf den Händen der restlichen Besucher durch die Venue. Der Retrocharme ging definitiv gut nach vorne, konnte aber leider nicht sonderlich mit Eigenständigkeit glänzen. Aber Schwamm drüber – die Jungs haben Spaß gemacht!
Nun wurde es finster! Verheerer aus Flensburg legten eine gewaltige Portion Blackmetal auf den Tisch. Hier und dort kamen eine Prise Dissonanz und Thrash hinzu und die Anwesenden waren vollends begeistert. Es wäre aber auch schwierig für die vier Nordlichter, an diesem Abend nicht punkten zu können, besonders wenn man gerade noch den diesjährigen Brecher „Urgewalt“ in den Hörgängen hat. Keifend, rau und authentisch ging es zur Sache, sodass die knapp 60 Minuten wie im Flug vergingen.
Jetzt ging es an den Headliner des Abends. Attic fuhren ordentlich auf. Die Bühne wurde mit zahlreichen Kerzenständern, hölzernen Dekorationsstücken und einer Menge Nebel geschmückt. Passend dazu gab es das reinste King Diamond/ Mercyful Fate Worshipping, welches man sich (abgesehen von Tribute-Bands) vorstellen kann. Sänger Meister Cagliostro schmetterte nicht nur im ohrenbetäubend hohen Falsett herum, sondern rockte auch meisterlich das passende Make-up. Auf die Ohren gab es hauptsächlich Material aus dem aktuellen Langspieler „Return Of The Witchfinder“ aus dem letzten Jahr. Vor der Bühne wurden allerhand Fäuste in die Luft gereckt und dem Heavy Metal mit Retro-Charme der Gelsenkirchener gehuldigt. Leider war die Show schon nach knappen 70 Minuten vorbei, sodass man sich nun wieder in die kühle Nacht begab und auf den Heimweg machte.
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