Get The Shot – Moshpit und Landluft

Im ländlichen Vechta haben wir den kanadischen Hardcore-Kanten von Get The Shot einen kleinen Besuch abgestattet. Als Unterstützung hatten diese Vomit Forth und die Hamburger von Half Me mit am Start. Wie uns der Abend gefallen hat, könnt ihr nun erfahren.

Vechta. Als ich gegen 19 Uhr das Gulfhaus in Vechta betrat, war ich persönlich erstaunt, dass sich an einem Donnerstagabend gut 150 Hardcore-Begeisterte in der doch sehr ländlich gelegenen Location eingefunden hatten. Sehr gut, da konnte der Abend doch nur ein voller Erfolg werden!

Aber nun erst einmal an die Bar und ein Kaltgetränk geordert, denn der Opener Half Me stand schon in den Startlöchern. Hier gab es gefälligen Hardcore mit Nu-Metal-Einflüssen serviert. Die fünf Hamburger legten sich tierisch ins Zeug, um die Anwesenden mit Songs ihres Debüts „Soma“ auf Touren zu bringen. Dies führte zu den ein oder anderen Erfolgen, war aber keinesfalls mit dem Sturm zu vergleichen, welcher noch durch das überschaubare Gulfhaus ziehen sollte. Aber dennoch alle Achtung an die Newcomer, zu solch einer frühen Zeit schon so viel Alarm zu machen.

Nach einer kurzen Pause ging es mit Vomit Forth weiter, da die angekündigten Soulprison heute leider aussetzen mussten. Die US-Amerikaner schleuderten den Anwesenden ab der ersten Sekunde eine böse Mischung aus Hardcore und Death Metal vor die Füße. Da gab es für die Meisten sofort kein Halten mehr und der gesamte Bereich vor der Bühne wurde zum ekstatischen Moshpit. Jedes stampfende Riff sowie jeder Breakdown wurden vor und auf der Bühne heftig zelebriert. Schon lange hat mich keine Band mehr von Beginn an so schnell fesseln und in den Bann ziehen können. Ganz großes Lob an die fünf Herren aus Conneticut. Die aktuelle Platte „Terrified Of God“ wandert auf jeden Fall in die Sammlung! Kompletten Abriss gab es dann bei zwei aufeinander folgenden Coversongs – einer von Hatebreed, der andere von Pungent Stench. Das sieht man auch nicht alle Tage und beschreibt wie die Faust aufs Auge die musikalische Mischung der Amerikaner. Nach knappen 40 Minuten war Schluss und es wurde für den Headliner des Abends umgebaut.

Mit Get The Shot ging es nun in die Zielgeraden. Die Kanadier schossen sofort aus allen Rohren und forderten unentwegt mehr Action vor der Bühne. Diese bekamen die fünf Herren auch gleich geliefert und der gesamte Laden wurde zu einem großen Haufen fliegender Fäuste, Stagedivern und fliegenden Haaren. Ich hatte die Energie, welche die Kanadier auf die Bühne bringen, schon vor zwei Jahren auf dem Reload Festival erleben dürfen. Dort hatten sie noch morgens die Mainstage eröffnet. Aber das, was an diesem Abend geboten wurde, übertraf den morgendlichen Frühsport in Sulingen. Jeder Beatdown wurde von Sänger Jean-Philippe in die Bühnenbretter gestampft. Allein, diesen im Gedrängel ausfindig zu machen, sobald man ihn nur eine Sekunde aus den Augen ließ, war eine Herausforderung. Die dystopischen Texte wurden mal von der Bühne, vor dieser, oder auch auf den Händen der Zuschauer aus Leibeskräften herausgebrüllt. Leider konnten Get The Shot zu dieser Tour nicht mit neuem Material aufschlagen und so gab es einen kleinen Rundtrip durch die Diskographie der Herren. Hardcore-typisch war hier schon nach äußerst intensiven 45 Minuten wieder Schluss und ich konnte mich mit klingelnden Ohren und gefühlt 20 neuen blauen Flecken zurück auf den Heimweg machen.

 


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