Irische Wucht – Gurriers im HÄKKEN Hamburg
Gurriers haben ihr Debütalbum im Hamburger Häkken präsentiert und hatten als Support ihre Landsleute von Nerves dabei.

Hamburg. Direkt an der Hamburger Reeperbahn haben die Gitarren-Punk-Newcomer Gurriers aus Irland am vergangenen Mittwoch ihre bisherige Diskographie präsentiert. In düsterer, nebeliger und lauter Atmosphäre erlebten die Fans im schmalen Musikclub im ersten Stock am Spielbudenplatz ein stimmig zusammengestelltes Line-Up mit zwei hochenergetischen Bands.
In rotem Licht und dichtem Nebel betritt zunächst die vierköpfige irische Band Nerves die Bühne. Direkt herrscht Spannung im Raum, besonders durch den Gitarristen, der mehrmals mit seinem Instrument ins Publikum läuft, um direkt inmitten der Masse die angestaute Energie des kraftvollen Post-Punks zu entladen. Mit festem Griff umklammert er seine Gitarre, zurück auf der Bühne blickt er leicht starrend über die Köpfe der Menge hinweg und verleiht der Performance eine intensive Dringlichkeit. Mit seinem Gesicht hinter langen lockigen Haaren verborgen und dem Blick auf das Mikrofon gerichtet, lässt der Sänger die Band geheimnisvoll wirken.
Ein donnerndes Soundgewitter durchzieht das Häkken, bevor der letzte Song des 40-minütigen Auftritts noch eine Überraschung bereithält. Bassist Charlie von Gurriers schließt sich Nerves an für ein langes, reines Instrumental-Geballer. Er steht dabei mit dem Rücken zum Publikum, kniet teilweise vor dem Schlagzeug, haut auf die Drums und steuert Soundeffekte über ein Keyboard. Ein krachender Abschluss, der die rohe Kraft von Nerves eindrucksvoll spürbar macht.
Der Club ist voll, die Luft nebelig und schwer, als Gurriers die kleine Bühne betreten. Zu fünft passen sie kaum auf die Fläche, die Energie und die Wucht brauchen aber keine Anlaufzeit. Gitarrist Charlie setzt sich immer wieder lässig auf das Geländer an der Bühnenseite, während die Band eine intensive Stunde lang ihre Songs spielt. Alle elf Stücke ihres kürzlich veröffentlichten Debütalbums „Come And See“ stehen auf dem Programm, auch der bisher unveröffentlichte Song „Today’s Not Enough“ sowie das ältere „Boy“ aus 2022 sind Teil des Sets.
Ihre Musik bezeichnen Gurriers selbst als „laute, gitarrenlastige Odyssee über die Frustrationen unserer Zeit“. Die Songs sind voller wütender Überraschungsmomente, eine Sammlung messerscharfer Punksongs, die auf konstant hohem Niveau mitreißen. Fans von Fontaines D.C. dürften sich zu Hause fühlen. Am Ende der Show verlässt die Band die Bühne ohne Zugabe, doch der Eindruck bleibt: Gurriers stehen möglicherweise am Rande ihres großen Durchbruchs und sind bereit, ihre Musik auf die großen Bühnen zu bringen.
Seht euch hier unsere Konzertfotos an:
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