Ausgelassene Partystimmung: Meute im Schlachthof

Vergangenen Mittwoch spielte die Techno Marching Band in der ausverkauften Kesselhalle.

(c) Jörg Kröger

Bremen. Schon vor einigen Wochen meldete der Schlachthof den Ausverkauf der Kesselhalle. Die Techno Marching Band Meute hat sich in den letzten zwei Jahren vom Geheimtipp zum massentauglichen Festivalhighlight entwickelt. Bereits 2016 wurden Festivals auf die Band aufmerksam, die ihren Heimathafen in Hamburg hat. So wurde der Sommer auf Europas Bühnen verbracht. Spielten sie vor gut einem Jahr noch eine ebenfalls ausverkaufte Show im Lagerhaus, wurde dieses Mal direkt die Kesselhalle des Schlachthofes in Angriff genommen – mit Erfolg. Rasant verkauften sich die Tickets, hat die Fanbase der Hamburger doch ordentlich Zuwachs bekommen.

Damals wie auch dieses Mal legte vorab die DJane Sibyll Mandragora auf. Sie hat eine eigene Radioshow bei Radio Weser.TV und legt in Clubs in ganz Europa auf. Als Homebase gibt sie selbst Bremen, Berlin und Ibiza an. Ihr Sound kommt gut bei dem Publikum an, es herrscht eine lockere Atmosphäre.

Gegen viertel nach acht betreten dann Meute die Bühne des Schlachthofes. Da es sich mit elf Musikern doch um eine etwas größere Band als sonst handelt, ist eine Treppe im Einsatz, die pyramidenförmig zur Mitte der Bühne zusammenläuft und so allen Musikern genügend Platz bietet. Das Bühnenbild ist schlicht gehalten, lediglich ein überdimensionales Banner mit dem Meute-Logo prangt hinter den Musikern. Doch diese Zurückhaltung wird durch gut durchdachten Einsatz von Licht und Farben wieder ausgeglichen. Jeder Song der Band kreiert so eine ganze eigene Stimmung neben den mal schnelleren, mal ruhigeren Beats.

Auffällig ist auch das Publikum, denn spekuliert so mancher auf junge Leute, die überwiegend auf Techno-Musik stehen, ist das Publikum so vielfältig wie die Songs selbst. In nächster Nähe steht ein Ehepaar um die 50, dahinter ein Pärchen, das wahrscheinlich bereits mit ihren Enkeln tanzen gehen könnte und vor einem eine Gruppe junger Mittzwanziger, da gibt es die Mitwipper und die Ekstatischen. Alles ist erlaubt. Und alles ist erwünscht. Meute ist für alle da, sie haben es geschafft eine Genre zu kreieren, das ein breites Publikum auch fernab von Techno-Liebhabern anspricht. Zwei besondere Highlights, sofern es nicht das ganze Konzert sowieso schon ist, sind dann aber doch der Song „Hey Hey“ von ihrem Album „Tumult“, bei dem der Saxophonist kurzerhand zum Sänger wird und mit seiner „GAY‘S OKAY“ Kappe auch direkt ein Statement für Diversität und gegen Sexismus und Rassismus setzt und der Coversong „You + Me“ von Disclosure and Eliza Doolittle im Remix von Flume, den selbst Besucher kennen, die sich vielleicht vorher nicht so sehr mit der Band auseinandergesetzt haben.

Nach knapp zwei Stunden endet das Konzert und unter Applaus verlassen die Hamburger die Bühne. Wir sehen uns dann im Sommer auf einer der diversen Festivalshows!

Unsere Bilder gibt es hier: http://hb-people.de/bilder/meute-im-kulturzentrum-schlachthof/

 


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