Wurf-Skulpturen im Horner Eck

Kneipenkollektiv präsentiert Ausstellung von Felix Dreesen in der Eckkneipe im Bremer Viertel

Horner Eck. Foto: pfa

Bremen. Nach einer offenen Ausschreibung wird Felix Dreesen als erste künstlerische Position in der Bremer Kneipe Horner Eck ausstellen. Dazu hat sich das Kneipenkollektiv, welches den Laden in der Friesenstraße 95 betreibt, entschieden. Die Ausstellung „Felix Dreesen – Serviervorschlag (+Zubereitung)“ wird am Dienstag, 21. Mai, ab 18 Uhr eröffnet. Am Samstag, 25. Mai, um 16 Uhr gibt es einen „each one teach one“ Happening mit dem Künstler und dem Kneipenkollektiv (s.u.). Die Ausstellung ist ein Konglomerat aus Kerzenwachs, Fassadenfarbe, Herdplatten, Töpfe, Esslöffel, Trichter, Luftballons und Wasser.

Niemand möchte der Elefant sein, der im weißen Raum das Porzellan zerstört. Ein Gefühl, das sich dennoch bei manchen Ausstellungsbesuchen einstellen könnte. Felix Dreesens Serviervorschlag (+Zubereitung) fürs Horner Eck nimmt diesen Moment der Zerstörung als einen zentralen Teil der Arbeit vorweg. Während des Ausstellungsaufbaus stellt der Künstler gemeinsam mit dem Kneipenkollektiv vor Ort Skulpturen her, die im nächsten Schritt, ebenfalls vor Ort, an die Wände geworfen und zerstört werden. Das Ergebnis und die zur Herstellung der „Wurf-Skulpturen” nötigen Utensilien stehen – bereit für eine weitere Nutzung – im Regal und und bilden einen weiteren Teil der Arbeit. Eröffnungstermin ist wie geschrieben Dienstag der 21.Mai um 18 Uhr.

Each one Teach one Wurf-Skulptur Zubereitung

Am 25. Mai werden die zur Herstellung der Wurf-Skulpturen nötigen Utensilien aus dem Regal genommen. An diesem Tag werden – als Ergänzung zum offiziellen Programm der Bremer Langen Nacht der Museen – gemeinsam mit interessierten Menschen erneut Skulpturen gegossen; nicht in Bronze oder Porzellan, sondern in Wachs. Sollbruchskulpturen also, die zum Werfen und zur Transformation bestimmt sind. Der Künstler teilt Wissen und Werkzeug wodurch das Werk selbst zum reproduzierbaren Objekt wird. Unikate werden in offener Serie gefertigt. In Dreesens Arbeit geht es nicht allein um die Auseinandersetzung mit selbstreferenziellen Widersprüchen von Unikatcharackter / Reproduzierbarkeit oder Fertigung / Zerstörung. Vielmehr geht es um das Dazwischen und das Darüberhinaus; um Möglichkeitsräume und Gedankenspiele. Wann ist die Arbeit fertig? Soll ich sie im Sinne ihrer Bezeichnung nutzen? Worauf ziele ich? Wem gehört das Kunstwerk? Was ist die Kunst wert?

Die Arbeit besteht also weder allein in der expressiv malerischen Geste als Endpunkt des Prozesses, noch in der Skulptur. Sie besteht ebenso und vor allem in den Zwischenräumen, Gedanken, der Kollektivierung einer künstlerischen Handlung, in einer körperlichen Geste und in einer Idee.

Ein Konzept, das Räume öffnet.

Als abschliessender Teil der Arbeit Serviervorschlag (+Zubereitung) fürs Horner Eck wird der Raum neu gestrichen und somit Fläche für kommende Ausstellungen geschaffen. Mit Felix Dreesens Arbeit wird unser Raum als Ausstellungsraum eröffnet und sie bereitet den Weg für die folgenden Präsentationen bildender Kunst im Horner Eck.


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