Zurück aus dem Rap-Olymp

Vergangenen Dienstag spielte Dendemann anlässlich seines neuen Albums „Da nich für!“ im ausverkauften Pier2.

Dendemann (c) Jörg Kröger

Bremen. Wenn es einer versteht, Witz, Wortspiele und taffen Deutschrap zu vereinen, dann Dendemann. Es gibt kaum einen zweiten Rapper mit seinen Skillls in Deutschland, der es geschafft hat nach so langer Zeit mit seinem neuen Album so dermaßen durch die Decke zu gehen, wie er es getan hat. Alle großen deutschen Musik-Plattformen reden über ihn, er ziert die Cover von Juice und Musikexpress. Die Fans haben geduldig auf ein neues Album gewartet und wurden mit Release von „Da nich für“ im Januar dieses Jahres nicht enttäuscht.

Natürlich sollte eine entsprechende Tour einhergehen, glücklicherweise mit einem Tourstopp in Bremen. Sollte das Konzert in seiner zuletzt 2010 bespielten Location, dem Kulturzentrum Schlachthof stattfinden, war schnell klar, dass das nichts wird. Zu viele Fans, die Dendemeier nach all dieser Zeit wieder live erleben wollen – also wurde das Konzert in das Pier2 hochverlegt. Aber auch hier hieß es dann zuletzt: ausverkauft. Ehre, wem Ehre gebührt. Immerhin ist Dendemann einer der ersten deutschen Größen des Rap und Hip Hop in den 90ern, probiert sich mit der Zeit aus und spiegelt seine Entwicklung in seinen Alben, wie u.a. auf dem Vorgänger „Vom Vintage verweht“ (VÖ: 04/2010) wider. Nach einer langen Pause, viel Hoffnung seitens der Fans und seinem Sidekick Dasein bei Böhmermanns „Neo Magazin Royale“ ist es 2019 endlich soweit.

Und das Publikum sollte nicht enttäuscht werden. Allein der Aufbau auf der Bühne lässt verheißungsvoll erahnen, was da auf die Zuschauer zukommt. Im Hintergrund erkennt man erste Spiegelflächen, davor ein hochgebautes Konstrukt, auf dem später seine Band, die GbR (Schlagzeug, Gitarre, Bass, Keyboard) Platz finden soll. Dieser widmet er ebenfalls auf seinem letzten Album einen Song, „Freie Radikale GbRdH“. Auf Augenhöhe mit Dendemann soll dann später auch sein DJ Platz finden, mit der er immer wieder während der Show interagiert.

Nachdem Rapper Döll mit seinem DJ dem Publikum 30 Minuten als Support eingeheizt hat, geht es für Dendemann um 20:45 Uhr los. Er betritt nach seiner Band die Bühne und wird mit Jubel und Kreischen empfangen. Endlich ist er wieder da. Dabei ist das Publikum so bunt gemischt wie selten. Neben den eingefleischten Ur-Fans seit Eins Zwo Zeiten tanzen Anfang Zwanzigjährige „Neu-Fans“ nebenher. Eine gute Mischung. Nach eineinhalb Stunden Power-Konzert und überwiegend neuen Songs, aber auch alten Dende-Klassikern, betritt Dendemann für „Nochn Gedicht“ ein letztes Mal die Bühne und verabschiedet seine Fans um 22:30 Uhr.

Setlist:

  1. Wo ich wech bin
  2. Ich dende also bin ich
  3. Keine Parolen
  4. Keine Zeit
  5. Zeitumstellung
  6. Das erste Mal
  7. Inhalation
  8. Sensationell
  9. Warum
  10. Roboter
  11. Menschine
  12. Drauf & Dran
  13. Begeisterung / So schön
  14. Lieblingsmensch
  15. Gut und gerne
  16. Littbarski
  17. Nichtschwimmer
  18. Beste wo gibt
  19. Müde
  20. Zauberland
  21. Papierkrieg
  22. Stumpf ist Trumpf
  23. Hört nich auf
  24. Sachmagehtsnoch
  25. Danke gut
  26. Hand aufs Herz
  27. Alle Jubilare wieder
  28. Nochn Gedicht

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