Tumult im Lagerhaus

Vergangenen Donnerstag feierten Meute ihren Tourauftakt im Kulturzentrum Lagerhaus.

Credit: Steffi Rettinger

Bremen. Es war die erste Tour in ihrer eigentlichen Form. Die Techno Marching Band Meute, eine elfköpfige Gruppierung aus Hamburg wurde vor gut zwei Jahren gegründet und startete Anfang 2016 nach einem viralen Paukenschlag durch den Song „Rej“ richtig durch. Meute spielten in den vergangenen zwei Sommern auf allen bekannten Festivals und erspielen sich nach und nach einen Namen, werden immer gefragter. Auch in der näheren Umgebung, z.B. dem Dockville Festival in Hamburg und dem Rocken am Brocken Festival im Harz waren sie umjubelte Gäste und fanden schnell Anklang bei dem feierwütigen Festival-Publikum. Doch nicht nur in Deutschland sind sie gefragt, viele Shows im benachbarten Frankreich folgten.

Schnell stand fest, ein Album muss her. Und so arbeiteten die Hamburger neben den vielen Live-Auftritten an ihrem Debüt „Tumult“, welches in diesem Oktober erschienen ist. Wo ein Album da auch eine Tour und so startete Meute vergangenen Donnerstag im Bremer Lagerhaus in ihre 23 Städte umfassende Tour quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Die Bremer DJane Sibyll Mandragora heizte den Fans vorab ein. Die exzentrische Dame kam gut bei dem Publikum an und ihr 30minütiges Set sorgte für eine gute Grundstimmung und einigen zaghaften Tanzbewegungen. Nach und nach füllte sich das Lagerhaus und immer mehr Menschen warteten gespannt, wann sich die Musiker endlich blicken lassen. Immerhin war kurz vorher bekanntgegeben worden: Keine Tickets an der Abendkasse, der Tourstart ist ausverkauft. Um halb neun war es dann endlich soweit. Ohne großes Trara und Ansprache begann Meute ihre 90minütige Show. Schien der Funke die ersten zwei, drei Songs noch nicht ganz überzuspringen, war dann spätestens nach der ersten Viertelstunde die zögerliche Haltung vergangen. Das durchweg bunt gemischte Publikum aus Jung und Alt tanzte frei und ausgelassen. Mehrmals wurden manuelle Konfettikanonen von der Bühne gezündet, die mit elf Mann plus Kameramann und Fotografin besetzt, eine logistische Meisterleistung in puncto Platzierung darstellten. Das Album „Tumult“ wurde rauf und runter gespielt, das Publikum feierte es und auch Meute machte es sichtlich Spaß. Sie spielten sich geradezu in Ekstase und das färbte fleißig auf das Publikum ab. Als sie nach gut einer Stunde die Bühne verließen, sollte das Highlight noch kommen. Es folgten mehrere Songs als Zugabe, darunter der Hit „You & Me“ von Flume feat. Eliza Doolittle, bei dem besonders dem weiblichen Publikum das Herz aufging. Zum Schluss verließ die Band für den Deichkind-Hit „Remmidemmi“ die Bühne und spielte kurzerhand inmitten der Fans vor der Bühne weiter. Lauthals gab es zu den instrumentalen Tönen der Band eine textsichere Stütze des Publikums. Um 22:00 Uhr war dann Schluss. Schön zu sehen, dass diese Band auch auf kleinen Bühnen und nicht nur auf großen Festival-Bühnen funktioniert.


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