Mantar sind zuhause

Mantar-Sänger Hanno Klänhardt und Schlagzeuger Erinç Sakarya gastieren im Bremer Kulturzentrum Schlachthof.

Mantar im Bremer Kulturzentrum Schlachthof.

Bremen. „Die verlorenen Söhne sind zurück“, sagte Sänger Hanno Klänhardt auf der Bühne während einer Ansage und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Das fasst eigentlich den ganzen Abend zusammen. Zumindest fast! Eben schnell die Fakten: Erste richtige Clubshow in Bremen überhaupt (der Lagerhaus-Gig als Ersatz für den abgesagten Breminale-Auftritt mal ausgeklammert), Konzert hochverlegt vom Tower in den Schlachthof, volles Haus und sehr viel Material vom, durchaus noch melodiöseren, Debütalbum, keine Zugabe (sehr gut, weil alles während des Hauptsets gegeben) und die Feststellung, Metalheads können kein Stagediving.

Und dann gab es eine weitere Ebene, die über die Musik und der Performance hinausging. Eine Dynamik, die sich ab einem gewissen Alter viel zu selten einstellt: Alte Freunde wieder sehen und das Gefühl zu haben, alles ist noch immer wie vor zehn, 15, 20 Jahren. Rumalbern, über alte (und neue) Platten quatschen, sich erinnern und nach dem Alter der Kinder fragen und wie es ihnen geht. Dafür war das Konzert viel mehr der Grund überhaupt zusammenzukommen, aber die eigentliche Wirkung des Ganzen fing erst nach der Show an. Natürlich spielte Alkohol eine nicht unbedingt kleine Rolle bei diesem Gefühl, welches nichts, aber auch so gar nichts, mit Nostalgie zu tun hat. Es ist viel mehr die Freunde zu sehen, allen geht es gut, alle haben ihr Leben.

Gleiches gilt für Mantar, die wohl auf dem Höhepunkt ihres Schaffens sind. Beide Musiker wirkten sehr routiniert, aufgeräumt und zufrieden. Die Band ist mittlerweile eine perfekt funktionierende Einheit, zusammengeschweißt in den vielen Jahren des harten Tourens durch die Welt, jede Show mitnehmen die angeboten wird und sich jeden einzelnen Fan erspielt zu haben. Die Konsequenz und Belohnung dessen konnte am Donnerstag auf der Bühne des Schlachthofes begutachtet werden.

Hoffentlich lässt sich Mantar bis zum nächsten Auftritt nicht noch einmal so lange Zeit.

 


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