Indie-Showdown mit Leoniden im Lagerhaus

Zusammen mit den Berliner Freunden von I Salute performten die Kieler Jungs auf ihrer „Two Peace Signs“-Tour.

(c) Jörg Kröger

Bremen. Es sollte ein stürmischer Abend werden. Auch wenn sich nur knapp 70 Besucher am vergangenen Mittwoch im Lagerhaus eingefunden haben, erwartete die Besucher ein fulminanter, weil wilder Ritt durch das Album der Leoniden. Doch bevor die Jungs auf der Bühne abliefern durften, luden sie die Kollegen und gleichzeitigt Freunde der Leoniden I Salute ein. Das Berliner Duo überraschte mit einem ekstatischen, basslastigen Auftritt.

Denn statt Genre-Einheitsbrei serviert das Duo lieber schwere Kost und stößt mittels gezielt gesetzter musikalischer Ecken und lyrischer Kanten gleich doppelt vor den Kopf. In einen Song packen sie Ideen für zehn und ihre Einflüsse reichen von Rap über Noise und Indie bis hin zu elektronischer Musik. Doch statt um einzelne Versatzstücke geht es Sören und Magnus am Ende des Tracks immer noch um das große, rastlose und mitreißende Ganze. Schon bevor sie als I Salute auf der Achse Berlin-Leipzig damit begannen, die Grenzen von HipHop neu auszuloten, tourten die beiden jahrelang in verschiedenen Formationen durchs Land. Nun dürfen sie auf der kompletten „Two Peace Signs“ Tour als Support dabei sein. Dabei geben sie Songs wie „Boyfriend“ oder „Amanda“ zum Besten, dem Publikum scheint es zu gefallen, wenn auch der basslastige Einsatz das ein oder andere Trommelfell strapazierte. Nach einem halbstündigen Set wird dem noch wummernden Gehörgang eine Pause verschafft, bis sich zwanzig Minuten später die Leoniden auf der Bühne einfinden.

Die Bühne selbst vollgepackt und verbaut mit Instrumenten, Keyboards, Klanghölzern, elektrisch verstärkten Trommeln, Tamburin und Rasseln. Gut vorbereitet auf den heißen Ritt, auf den uns die Band an diesem Abend mitnimmt. Leoniden, eine Band, die eher als Geheimtipp des deutschen Indie gilt, wird schon bald eine große Nummer darf man den Magazinen des Landes glauben. Werden sie als die Newcomer 2017 gehandelt. Auch wenn die Band bereits seit 2013 zusammen Musik macht, kommt erst mit ihrem Debütalbum der nötige Schub, den sie brauchen, um sich einen Namen in Deutschlands Musikszene zu machen. Dass es ihnen egal ist, wieviele Leute ihre Konzerte besuchen, ob 70 oder 700, das beweisen sie auch am Mittwoch im Saal des Lagerhauses. Das Publikum bewegt sich vor der Bühne, einige tanzen wild zu dem Sound der Band, andere lassen das Spektakel auf sich einprasseln. Auf der Bühne herrscht ein organisiertes Chaos. Bei all den schnellen Wechseln auf der Bühne und an den Instrumenten, ist es ein Wunder, das alles reibungslos klappt. Sind die Jungs perfekt aufeinander eingespielt und haben großen Spaß bei dem, was sie tun. Das merkt man nicht nur am Dauergrinsen auf der Bühne, werden zwischendurch auch Späße und Faxen gemacht, die dem Publikum nicht unbemerkt bleiben. Das Album „Leoniden“ ist auf den Tag genau einen Monat auf dem Markt, die Platte im Online-Shop der Band restlos ausverkauft. Glücklich schätzt sich derjenige, der auf Tour eines der schönen Exemplare ergattern darf.

Nach zwölf Songs und einer knappen Stunde ist Schluss. Das Album komplett gespielt, eine Zugabe gibt es nicht. Und trotzdem sind die Besucher noch völlig geflasht als sich die ersten schon wieder an dem Merch-Stand einfinden, um der Band nochmal persönlich danke zu sagen.

Wir sagen: Jungs, kommt bitte bald wieder. Das hat großen Spaß gemacht!

 

 

 

 

 

 


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