Im Meer aus Herzlichkeit und Lichtern

Tocotronic spielen ihren Tourauftakt in gemeinschaftlicher Atmosphäre im ausverkauften Schlachthof.

Tocotronic

Bremen. Mit ihrem zwölften Studioalbum „Die Unendlichkeit“ haben Tocotronic letzten Monat zum zweiten Mal in ihrer langen Bandgeschichte die Spitzenposition der Charts erreicht. Der Auftakt zur entsprechend großen und langen Tour findet traditionell im Bremer Schlachthof statt. Im ausverkauften Kulturzentrum spielen die vier Hamburger vor einer großen Sternenleinwand in farbenfrohen Lichtern mit aufblitzenden Strobo-Effekten. Ein perfekter Sound und eine gelungene Songauswahl runden das Konzerterlebnis ab.

Mit dem Titelsong „Die Unendlichkeit“ starten Tocotronic und legen mit „Electric Guitar“ gleich eine weitere Single des neuen Albums nach. Die sich unten eng tummelnden Besucher kommen mit dem rockigen Beginn auf ihre Kosten, während viele das Konzert auf den seitlichen Rängen im Sitzen genießen. Mit „Let There Be Rock“ folgt ein Klassiker der Band aus dem Jahr 1999.

Tocotronic spielen insgesamt sieben Stücke des aktuellen Albums und bauen vor allem viele ältere Songs aus früheren Phasen der Band in ihr Set ein. So ertönen auch Klänge aus dem 1995er-Debüt „Digital ist besser“ und aus den 2000er-Jahren. Das recht aktuelle „rote Album“ wird dagegen fast vollständig außer Acht gelassen, bis auf den Titelsong findet auch „Wie wir leben wollen“ keine Bedeutung.

Für diesen bekommen Tocotronic aber großen Applaus, sie bedanken sich für die liebgewonnene „Bremer Herzlichkeit“. Dass der Auftakt einer Tour der Hamburger stets im Schlachthof stattfindet, sei kein Zufall. Beim folgenden „Aber hier leben, nein danke“ kommt noch mehr Bewegung ins Publikum. In der Folge werden einige Songs lauter und rockiger gespielt als es die Albumversionen vermuten lassen, so beispielsweise „Zucker“. Mit klaren und deutlichen Ansagen spannen sie den Bogen zu nachdenklichen und düsteren Songs, die sich in der privaten Bremer Atmosphäre leichter vortragen lassen.

Sänger und Gitarrist Dirk von Lowtzow ragt nach dem letzten Song stolz sein Instrument in die Luft und genießt den herzlichen Applaus der Besucher. Als Zugaben spielen sie „Hi Freaks“ und „Explosion“, für das abschließende „Letztes Jahr im Sommer“ kommen Tocotronic ein letztes Mal an diesem Abend zurück auf die Bühne.

Hier findet ihr unsere Bilderserie.

 


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