Freudentanz mit den Intergalactic Lovers

Vergangenen Mittwoch trat die Belgische Band zusammen mit Support Lee Anderson im Tower Musikclub auf.

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Bremen. Ein dunkler Herbstabend im November. Viele Fans waren gekommen, um die Band, die bei dem Label Grand Hotel van Cleef unter Vertrag ist, zu sehen: Die Intergalactic Lovers. Bereits zum vierten Mal spielten sie in der Hansestadt. Es sollte ein spätes Konzert werden. Ihr Support Lee Anderson betrat um 21:00 Uhr die Bühne. Allerdings fand dies bei dem Publikum keinen großen Anklang, was sich leider auch an dem Geräuschpegel im Saal bemerkbar machte. Lautstark wurde weiter getuschelt, was dem Belgischen Singer-Songwriter nicht verborgen blieb. Selbst als er von Song zu Song die Stimme immer mehr anhob, was seinen einfühlsamen Texten gar nicht gerecht wurde, rauschte es fleißig weiter im Saal. Auch auf seinen Hinweis, dass es ganz schön laut sei und ein eher weniger ernst gemeintes „go ahead“, ließ das Publikum unberührt. Sehr schade. Nach 30 Minuten verließ er mit einer Mischung aus Erleichterung und Resignation die Bühne.

Ganz anders sah das hingegen bei den Intergalactic Lovers aus. Es ist 22:00 Uhr geworden, als Sängerin Lara Chedraoui mit „ihren Jungs“ die Bühne unter tosendem Applaus betritt. Hinter der Band ragen vier Lichtsäulen empor, die den Abend zum jeweiligen Song in das perfekte Licht getaucht werden sollen. Bereits beim ersten Song merkt man, dass die Frontfrau auffällig viel Grinsen muss. Was war passiert? Nach dem Intro wurden für sie und den Bassisten der Band, Raf de Mey die In-Ear-Mikros auf die Bühne gereicht. Sympathisch erklärt die Sängerin, dass das Publikum live einen Einblick in den Backstage bekommen würde, wären das doch Abläufe, die sonst immer vor dem Auftritt hinter der Bühne stattfinden. Nun könne sie auch endlich hören, was sie da singt. Nachdem der kleine Fauxpas liebevoll erklärt war, ging es zurück zum geplanten Ablauf.

Die Intergalactic Lovers haben erst jüngst, im September dieses Jahres, ihr drittes Album „Exhale“ herausgebracht. Auch, wenn die Konzerte immer gut besucht sind und die Band mittlerweile weit außerhalb Belgiens eine große Fangemeinde hat, scheint sie doch immer noch unterschätzt. Hätten sie doch weitaus mehr Popularität verdient. Nicht nur, dass ihre Songs eine wunderbare Mischung aus emotionalen Texten mit gekonnt griffigen und energetischen Sounds sind, sondern auch die Live-Performance überzeugt. Ist Sängerin Lara doch wie angeknipst. Sie versprüht den ganzen Abend gute Laune, tanzt wild und ausgelassen auf der kleinen Bühne des Clubs umher. Es scheint als lebt sie die Songs ihrer Band. Ein wirklich schönes Zusammenspiel, was gerade in einem so intimen Rahmen, wie dem des Tower Musikclubs, besonders zum Ausdruck kommt. Nachdem die Band ihr Set gespielt hat, ist noch nicht Schluss. Natürlich gibt es die gewohnte Zugabe, doch auch damit gibt sich das Bremer Publikum zu später Stunde nicht zufrieden. Sie wollen noch mehr. Mehr positive Energie, gute Laune, mehr Intergalactic Lovers. Und natürlich kommen die Belgier dem Wunsch nach und spielen zum krönenden Abschluss ihren Song „Howl“. Damit findet eine impulsive Show nach 90 Minuten Spielzeit ihr fulminantes Ende. Wir sagen: Bis zum nächsten Mal!

Playlist:

  1. Fears
  2. Between The Lines
  3. Talk! Talk!
  4. Shewolf
  5. No Regrets
  6. Islands
  7. Great Evader
  8. No Shame
  9. My I
  10. Delay
  11. Live It up
  12. Distance
  13. Let Go
  14. River

Zugabe:

  1. Northern Road
  2. Bruises
  3. Howl

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