Energiegeladene Rockshow

Van Holzen sind mit ihrem Support Drens am Donnerstag im Tower Musikclub aufgetreten.

Van Holzen

Bremen. Bis ins Mauerwerk durchgerüttelt von kräftigen Gitarren und krachenden Drums wurde vor wenigen Tagen der Tower. Dort gab sich das Ulmer Trio Van Holzen die Ehre, die im April ihr zweites Album „Regen“ veröffentlicht haben. Nach ihrer Show im Sommer auf der Breminale sind sie am Donnerstag wie schon nach dem 2017er-Debütalbum „Anomalie“ im Musikclub in Bahnhofsnähe aufgetreten und haben erstklassig abgeliefert.

Vorher stehen Drens in bunten Klamotten, kurzen Hosen und mit Caps auf der Bühne und spielen eingängigen Surf-Punk. Es ist überraschend, als sie plötzlich deutsch sprechen, denn die Soundidee klingt durchaus international. Sie performen extrovertierte Hooks in extravagangen Looks und sind den ganzen Monat auf allen 22 Tourkonzerten dabei. Als Voract ist die Wahl passend, für ein spannendes Konzert von Drens über die volle Distanz müssten aber noch mehr Variationen in den Sound eingebaut werden. Für den letzten Song springen sie ins Publikum und feiern den Abschluss vor der Bühne – auch wenn die Animation etwas komisch wirkt, da Van Holzen für einen ganz anderen Ansatz stehen.

Im Gegensatz zu ihrer Vorband sind Van Holzen schlicht und in schwarz gekleidet. Das Trio aus Ulm spielt vor einem großen Regentropfen-Banner und steht auf der Bühne zwar nicht im Regen, dafür aber im stets dunklen Nebel mit Gegenlicht. Der Tower ist noch voller als beim ersten Auftritt vor fast genau zwei Jahren an gleicher Stelle und die Besucher erleben eine locker, befreit und gelöst wirkende Band.

Die jungen Musiker, gerade einmal 20 Jahre alt, spielen mit der Single „Herr der Welt“ ihr härtestes Rock-Brett schon nach 25 Minuten und erzeugen damit die maximale Stimmung. Klarer, ausdrucksstarker Gesang tritt auf lauten, energiegeladenen und kompromisslosen Sound. Letztes Mal spielten sie noch alle 17 bis dato veröffentlichten Songs, mit mehr Repertoire kommt auch mehr Flexibilität ins Set. Zu diesem gehören keine großen Redeanteile oder Interaktion und das passt verdammt gut zur Musik. Van Holzen reden nur, wenn sie etwas zu sagen haben. Wie zum Beispiel die Info, dass „Alle meine Freunde“ für das Album auf den letzten Drücker geschrieben wurde und jetzt zum vielleicht wichtigsten Song der Band geworden ist.

Da es ihnen nicht gereicht hat, zusammen auf Tour zu fahren, haben Van Holzen und Drens den gemeinsamen Song „Frei“ geschrieben, nun stehen alle sieben Musiker zusammen auf der Bühne. Die Nummer ist eine Symbiose aus deutscher und englischer Sprache. Packende und heftige Drums gibt es bei „Masquerade“ und ein Gitarrensolo zum Abschluss von „Der Schönste“. In der Zugabe folgt „Honig“ von der ersten EP aus 2016 und schließlich mit „Schrammbock“ die brachialste Nummer des Trios, bei der Bassist Jonas am Ende die Screams auspacken darf.

In unserem Interview im Sommer haben Van Holzen den Fans eine Rockshow versprochen und ihr Wort ganz klar gehalten!

Schaut euch hier unsere Fotoserie des Abends an!

 


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