Kolumne: Du Papa …

Kindgerechte Akustik #1

Typisch Väter …

Zugegeben, ich kann mich nicht wirklich beschweren. Dadurch, dass bei mir schon immer Musik an war, hat meine Tochter bisher eine sehr gute Bandbreite an Bands und Genres erlebt. Das hat dazu beigetragen, dass sie den mittlerweile in der Schule vorherrschenden Duktus an zeitgenössischer Popmusik nicht einfach über sich ergehen lässt, sondern selber gezielt auswählt, was Ihr gefällt. Wenn wir uns nach Schule und Arbeit über den bisherigen Tag unterhalten, kommt es desöfteren vor, dass die Lütte aus Schulhofgesprächen berichtet, in denen die Kids sich über die neuesten Zugänge in den Rotations der vorhandenen Kanäle (sei es die Rotation im Radio oder der eher egale Musikgeschmack [„Ich hör ja alles“] der konterkarierenden Eltern) unterhalten. Selten ist es tatsächlich, dass sich Lil‘ Zen der vorherrschenden Meinung anschliesst und das neue Lied von XY super findet. Eher ist es so, dass sie betreffende Songs zuhause nachhört und sich schnell ein eigenes Urteil bildet: Ist meist‘ nix.

Die musikalische Sozialisation von Kindern finde ich extrem wichtig. Keineswegs sollte man aber versuchen, den eigenen Musikgeschmack zu diktieren, sondern eher anbieten, anbieten, anbieten! Neben der vorhandenen musikalischen Untermalung bei uns zuhause, die meist aus meiner geshuffelten iTunes-Playlist stammt und vorwiegend Punkrock, Rock ’n‘ Roll und Metal enthält, versuche ich immer weitere Türen aufzustoßen. Hierbei sind Onlinedienste wie z.B. Apple Music oder Spotify total praktisch. Ich hab Der Weihnachtsmann hat meiner Tochter vor 2 Jahren einen iPod geschenkt. Das war schon für die ganzen Hörspiele derbe praktisch, mittlerweile eröffnet das kleine Ding musikalische Horizonte. Denn dadurch, dass die Kurze Lieder, die im Radio laufen, einfach markieren kann, wächst so eine beachtliche Musiksammlung, die in weiten Teilen aus meiner Bibliothek lokal gefüttert werden kann. Ich hatte einst die Befürchtung, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt, an dem ich Techno-Nazi werden muss, damit meine Tochter sich ordentlich gegen Ihren alten Herren auflehnen kann, aber mittlerweile mach ich mir da keine Gedanken mehr. Die Gitarren haben klar gewonnen. Und Nazis findet sie eh scheisse. Braves Kind.


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