Kolumne: Du Papa …

Ein neues Kapitel

Die Sommerferien stehen an. Das ist natürlich sowieso ziemlich prima. Dieses Jahr sind’s aber besondere Sommerferien, denn sie markieren den Übergang in ein neues Kapitel im Leben meiner Tochter. Und somit natürlich auch in meinem. Die vierte Klasse ist nahezu Geschichte.

Es gibt so Tage, die vergisst man nicht. Der 05.08.2012 ist einer dieser Tage. An diesem Mittwoch öffnete sich eine ganz neue Tür für Lil‘ Zen und sie kam zur Schule. Ich erinner mich gerne an den Moment, in dem mir mein Kind nach der Feier in der Aula und einer Stunde in der neuen Klasse mit ihrer Schultüte auf dem Schulhof entgegen kam. Sie fühlte sich unheimlich groß und ich realisierte zunehmend, dass das kleine Mädchen unaufhaltbar älter wurde. Jetzt war sie eins von den Schulkindern, kein Kindergartenkind mehr und ein ganzes Stück größer.

Ich denke alle Eltern werden mir zustimmen, wenn ich sage, dass das Meilensteine sind: Der erste Tag im Kindergarten, die Einschulung und – wie jetzt – eben der Wechsel auf die Oberschule. Diese Meilensteine halten uns Erwachsenen vor Augen, dass unsere Kinder ihren Weg machen. Nicht, dass wir uns darüber nicht im Klaren wären, aber die Visualisierung durch solche Meilensteine trägt doch zu dem Bewusstsein bei, dass wir so ganz viel nicht falschmachen können. Ich will den schulischen Werdegang gar nicht zu sehr in den Mittelpunkt einer gesunden Sozialisation rücken, aber ich finde solche Ereignisse auch als Zwischenzeugnis für uns als Eltern.

2012 waren wir noch skeptisch. Die gewünschte Schule wurde es, auch nach Klage, nicht und aus der gewohnten Bezugsgruppe aus dem Kindergarten verblieb eine Handvoll von Kindern, die ebenfalls auf die neue Grundschule kamen. Auch wenn wir einen geschlossenen Übergang auf die Grundschule neben dem Kindergarten damals besser gefunden hätten, konnte sich die Kurze recht schnell einleben und neue Freundschaften schließen. Nach wirklich kurzer Zeit hatte ich das Gefühl, dass mein Kind wirklich in der Schule angekommen war.

Die neue Klassenlehrerin spielte eine große Rolle beim guten Gefühl der Kinder und auch bei uns Eltern. Diese kam nämlich gerade aus dem Referendariat und übernahm mit der damaligen 1b ihre erste eigene Klasse. Somit hatten sowohl die Kinder, als auch wir Eltern das Glück eine junge, motivierte Pädagogin als Klassenlehrerin zu haben. Meiner Tochter wird, nennen wir sie mal, Frau Feld wohl immer in Erinnerung bleiben. Das geht, glaube ich uns allen mit der ersten Lehrerin / dem ersten Lehrer so, aber die Bindung zwischen Lehrerin und den Schülern war halt hier nochmal eine besondere: Für die Kids war sie die erste Lehrerin des Lebens, für Frau Feld waren die Kids die erste Klasse des Lebens. Das verbindet. Und so war auch das gestrige Abschlussfest der jetzigen 4b ziemlich emotional. Ein Tränchen konnte sich wohl keiner verdrücken, dabei nehm ich mich auch selbst nicht aus.

Die Kids haben mit Hilfe einer Mutter ein Buch für Frau Feld gestaltet, in dem sie jeweils auf einer Seite Abschied nahmen und die Grundschule Revue passieren ließen. Dieses Geschenk kam ziemlich gut an. Und resultierte in vollkommener Rührung.

Lil‘ Zen und ich haben uns auch noch was für Alle überlegt und Buttons als Erinnerung gestaltet. Die hat die Kurze dann gestern an alle Anwesenden verschenkt. So konnte dann gestern jeder noch ein kleines Stück 4b mit nach Hause nehmen. Kleiner Tipp: ~80 Button-Vorlagen mit der Schere auszuschneiden ist scheisse … hat sich aber natürlich dennoch gelohnt. 🙂

Wir schlagen jetzt ein neues Kapitel auf. Dazu nehmen wir die Erfahrungen und Erinnerungen der ersten vier Jahre mit und schauen, was uns die nächsten Jahre bringen. Für die weiterführende Schule hat bei uns diesmal übrigens alles geklappt. Der Schulplatz war ziemlich schnell sicher und auch der bevorzugte Standort (Die Schule hat zwei Standorte) ist es geworden. Zusätzlich geht Lil‘ Zen mit alten Klassenkameradinnen und Freundinnen auf die neue Schule, was ziemlich super ist.


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