Watt geht im Schlick?

Watt en Schlick – Vom 31.07. bis 02.08.2020

Neues vom Watt en Schlick Fest: Das Festival-Team gibt die ersten Bands für die Veranstaltung am Strand des Kurhauses Dangast bekannt

Watt en Schlick Fest 2019. Foto: WES

Dangast. Es hat ein bisschen länger gedauert, bis beim Watt en Schlick die Zusage erfolgte. Umso größer sei dann aber  die Vorfreude gewesen, dass sich die konsequente Beharrlichkeit gelohnt habe, teilt der Veranstalter mit. Im Sommer 2020 kommt die britische Indie-Electropop-Band an den Strand von Dangast – Metronomy! Die Band, die Mastermind, Songschreiber und Sänger Joseph Mount 1999 gründete, steht für Popsongs, die bei Live-Konzerten eine unwiderstehliche Energie entfachen. Funkelnde Perlen der Popmusik lassen auch die beiden französischen Bands L’Impératrice und Papooz erwarten, die ebenfalls fest im Festivalprogramm vom 31. Juli bis 2. August 2020 am Strand von Dangast eingeplant sind.

Mit Kummer kommt zudem einer der derzeit gefragtesten Acts aus dem Rap-Bereich nach Dangast. Felix Kummer, Sänger der Band Kraftclub, präsentiert beim Watt en Schlick Fest sein Solo-Projekt. Eine rare Chance, denn Kummers kommende Tour ist bereits so gut wie ausverkauft. Ganz neu im Game und ebenfalls beim Festival zu Gast ist die aus Österreich stammende Sängerin Keke. Kaum auf der Bildfläche wird die Musikerin sowohl vom Publikum als auch von bekannten Kollegen wie Max Herre, Casper oder Trettmann gefeiert. „Herz über Kopf“ eroberte Joris schon im Jahr 2015 das ganz große Publikum. 2020 spielt er neue Songs am Kurhaus Dangast Strand.

Ein weiterer Rückkehrer ist der Schauspieler Lars Eidinger, der nach seinem grandiosen Auftritt als DJ seiner Party-Reihe „Autistic Disco“ erneut beim Watt en Schlick Fest auflegen wird. Weitere Infos zum Programm werden in den nächsten Wochen folgen. Wer noch ein Ticket für 2020 braucht, muss sich allerdings etwas gedulden. Bereits im Dezember sind die letzten Festivaltickets über den Tresen gegangen und damit ausverkauft. Ende Mai wird aber noch ein kleines Kontingent an Tageskarten freigeschaltet.

Watt en Schlick Fest 2020
31.7. bis 2.8.2020 Kurhaus Strand Dangast

Vorläufiges Line-up (Stand Dezember 2019)

Metronomy – Coolest Band in Town

Wie viele großartige Musikprojekte mögen es wohl sein, deren späterer Ruhm mit selbstgefrickelten Aufnahme-Sessions in Schlafzimmern ihren Anfang nahmen? Auch die Laufbahn von Metronomy, einer der unbestreitbar smartesten und coolsten Indiepop-Bands des britischen Königreiches, startete zunächst in den Privaträumen von Joseph Mount – Frontsänger, Keyborder, Gitarrist und Songwriter der Band, die er 1999 als 16-Jähriger gründete, oder, wie es der „Musikexpress“ formuliert: „der Kerl, der unfassbare Popsongs zimmert“. Aufgewachsen in einem Städtchen an der Küste Südenglands entwickelte Mount seinen Musikgeschmack aus dem, was im Radio zu hören war und bei ihm eine unstillbare Sehnsucht entfachte. Nach seinem Umzug nach Brighton und erwähnten Schlafzimmer-Sessions erhielt die Band einen Plattenvertrag und brachte 2006 ihr erstes Album zur Welt.

Mit „Metronomy Forever“ erschien unlängst das achte Album, auf dem die Briten ihren Songideen gleich 17 Mal freien Lauf lassen. Dabei schwelgen sie in facettenreichen Klangwelten zwischen psychodelischem Indie-Pop und schrulligem Disco-Funk „anstatt alles wie bei einem mickrigen Blumenstrauß von der Tanke auf’s Nötigste zurechtzustutzen“. Darunter der Song „Sal­ted Caramel Ice Cream“, der vom Konkurrenzkampf zweier Eis­­­dielen erzählt, oder „Insecurity“, ein eingängiger Popsong mit deutlicher Nirvana-Note! Wunderbare urbane Musik, die – endlich! – am Strand von Dangast umso strahlender funkeln wird!

Keke – Keke made it

Dafür, dass es im Prinzip keinen Plan gab, geht er ziemlich gut auf: Feature mit Trettmann, jede Menge Live-Auftritte und auch bekannte Kollegen wie Max Herre, Casper oder Felix Kummer feiern die Wienerin. Man könnte sagen, läuft gerade bei der Musikerin Keke. Obwohl die Sängerin derzeit vor allem im Hip-Hop-Genre von sich Reden macht, liegen ihre musikalischen Wurzel vornehmlich im Jazz. Der Track, der die Bedingungen geschaffen hat, dass Keke in kürzester Zeit zum Liebling der Szene und auf dem Trap-Rap-Radar sichtbar wurde heißt „Donna Selvaggia“ und entstand 2018 eigentlich nur aus einer launigen Studio-Session mit Producer Shawn The Savage Kid.

Kurz darauf folgten unter der Obhut des Universal-Sublabels „Mom I Made It“ weitere ganz unterschiedlich gelagerte Songs, auf denen Keke die Dinge sich weiter entwickeln ließ und einen sehr offenen Umgang mit ansonsten eher genre-untypischen Themen pflegte, zuletzt auf der Single „Malibu“, dessen Sound von einem leichten, sommerlichen Vibe bestimmt wird. Rap hin, Jazz her – für Keke selbst funktioniert das so am besten: „Ich bin am glücklichsten mit meiner Musik, wenn ich das mache, was ich machen möchte.“ Klingt nicht nur logisch, sondern auch sehr gut!

Kummer – Kummer-Solo

Geboren in Karl-Marx-Stadt und aufgewachsen in Chemnitz ist Felix Kummer in erster Linie als Sänger der Band Kraftklub bekannt. „Kummer“ ist sein Solo-Projekt, dass das Ziel verfolgt, den „Rap wieder weich“ und „traurig“ zu machen und mit dem Kummer zum Sprecher seiner Generation wird. Mit seinem neuen Album „Kiox“ verweist der Musiker alle anderen auf ihre Chart-Plätze beschäftigt sich darauf insbesondere mit den Themen der Nachwendezeit und solchen „mit denen er andauernd konfrontiert wird“ (Musikexpress). Im Song „9010“, den Kummer erstmals auf dem von ihm mit initiierten „#wirsindmehr“-Konzert in Chemnitz spielt, rappt er über einen rechten Schläger aus Jugendtagen, der ihm als Tankstellen-Alki wieder über den Weg läuft und eher Mitleid als Rachefantasien auslöst.

„Der Rest meines Lebens“ beschäftigt sich mit der „Würdelosigkeit vieler deutscher Alterungsprozesse“ (Die Zeit) und der Frage: Was wäre, wenn die beste Phase des Lebens schon mit 30 vorbei ist? „Alle Jahre wieder“ richtet sich an die ewige Plattitüden plappernde Baby-Bommer-Generation und „Okay“ ist eine Hymne auf die eigene Misanthropie. Kummers Songs sind oftmals ambivalent und selbst in dem energetischen Hass schwingt immer ein guter Anteil gepflegter Melancholie mit. So vollbringt Kummer das Kunststück, „dem Zeitgeist erst in die Fresse“ zu hauen (Noizz), „um ihm dann liebevolle über die Wange zu streicheln.“

Lars Eidinger – Welcome to Lars’ World

Wenn man die vielfältigen Aktivitäten von Lars Eidinger verfolgt, drängt sich zunächst ein Gedanke auf: Was für eine Energie! Der Schauspieler ist einer der spannendsten und zurecht gefragtesten Protagonisten in Film, Fernsehen und auf der Bühne. In seiner Heimspielstätte Berliner Schaubühne spielt Eidinger seit über zehn Jahren die Titelrolle im „Hamlet“ und avancierte damit zum „amtierenden Schauspielerkönig von Berlin“ (Die Zeit). Aber auch für seine zahlreichen Film- und Fernsehrollen wird er mit Preisen und Ehrungen überschüttet. Das Fernsehpublikum verfolgte ihn in der Serie „Berlin Babylon“ in der Rolle des sinistren Unternehmersohn Alfred Nyssen. Im Kino durchquerte er Deutschland etwa mit „25 km/h“.
Folgt man seinem Instagram-Account, erfährt man zudem, dass der Berliner regelmäßig Museen oder Galerien aufsucht und seinerseits großartige Merkwürdigkeiten des Alltags fotografisch ins Bild setzt. Seine 2001 ins Leben gerufene Partyreihe Autistic Disco, mit der Lars Eidinger nicht nur die Hauptstadt zum Tanzen bringt, ergänzt das Bild von einer komplexen Künstlerpersönlichkeit. Von einem, der in jeder Hinsicht interessant ist und den, künstlerisch gesehen, eher die Fehler und Schwächen reizen – vor allem die eigenen. Beim WES 19 spazierte der Schauspieler ebenso interessiert durch Dangast, bevor er zur späten Stunde im Zelt als Autistic-Disco-DJ für Entfesslung auf dem Tanzboden sorgte. Wir verlangten nach einer Zugabe – und die gibt es auch: beim WES 20!

L’Impératrice – Disco-Queen

Ob Studio 54 oder der Soundtrack eines heißen Tages an der Côte d’Azur – der Klang von L’Impératrice weckt jede Menge Assoziationen an die Blütezeit der Disco-Ära gepaart mit französischer Eleganz. Geradezu majestätisch herrscht die Pariser Band L’Impératrice nicht nur über das Musikleben der französische Hauptstadt, sondern regiert mit einer Mischung aus Space-Pop, einer Prise Chanson und funky Disco-Boogie-Beats auch das internationale Tanzparkett. Kein Wunder, denn diesem leichtfüßigen und harmonisch ausgeklügelten Sound kann man sich auch in London oder Berlin nicht entziehen. Das Bewegungsprofil auf dem Dancefloor reicht dabei vom leichten Mitwippen bis zum trancehaften Dauertanz, wenn das inzwischen auf sechs Personen angewachsene Disco-Monster live auf der Bühne performed.

Laut eigenem Gründungsmythos erblickte L’Impératrice 2012 „an einem schönen Frühlingsmorgen“ das Licht der Welt – geboren und genährt aus der Überzeugung des Musikkritikers Charles de Boisseguin, der dachte, er könne nicht länger die Musik anderer auseinandernehmen, wenn er sich nicht selbst einmal musikalisch erprobte. So setzte der getriebene Journalist mit Moog-Synthesizer und dem Musikprogramm GarageBand erste musikalische Ideen um, erntete dafür schnell Beifall und stellte die Weichen für den künftigen Erfolg. Nach diversen gefeierten EP-Veröffentlichungen erschien im Frühjahr 2018 endlich das Debütalbum, an dem kein Geringerer als Eumir Deodato seine legendären Produzentenfinger mit im Spiel hatte. Freunde der entspannten Musik von Air bis Parcels werden ihre helle Freude haben, wenn L’Impératrice den Strand von Dangast zu ihrem Herrschaftsgebiet ausrufen!

Joris – Joris, die zweite

„Herz über Kopf“ eroberte Joris im Jahr 2015 mit seinen hoffnungslos hoffnungsvollen Songs das ganz große Publikum. Rund 300 Konzerte und drei Echos später, bringt der Musiker mit einem aktuellen Album im Gepäck neue Songs auf die Bühne. Entstanden sind diese tatsächlich, wie man sich das gerne vorstellt: Nach dem großen Rummel um Album Nr. 1 zieht sich Joris erst einmal für einen kreativen Reset zurück. Dann Spanien im Frühling: In einer Finca mit BBQ auf der Terrasse wird zwischen blühenden Mandelbäumen gechillt, gefeiert, aber auch kreativ gearbeitet. Freunde kommen zu Besuch, eine Bühne wird gebaut und es wird musiziert.

Immer dabei ist Joris’ kreativer Counterpart: Keyboarder und Produzent Constantin Krieg. Hier werden die Songskizzen ausprobiert, verändert, verworfen oder weiterentwickelt, die schließlich in intensiver Studioarbeit für das neue Album produziert werden. Darauf zu hören sind wieder tiefschichtige und gefühlsbetonte Pop-Songs, die Joris mit großer Inbrunst und eingängiger, warmer Stimme präsentiert. Eine Botschaft dabei: Es ist kompliziert, aber nicht weniger großartig! Erneut landet Joris damit in den Herzen und Köpfen seines Publikums, die sowieso mit ihm bis ans Ende der Welt gehen würden. Müssen sie aber nicht: Joris kommt zum WES 20!

Papooz – Tropical Groove

Tropischer Pop hier, wilde Bossa Nova dort und das Ganze tief im Stil der Siebziger verankert – so in etwa klingen Ulysse Cottin und Armand Penicaut aka Papooz! Dennoch möchte man fast meinen, französischer gehts kaum. Würde Musik so schön prickeln im Bauchnabel wie Weizenbier: Papooz’ täte es! Sie möchten die Lücke zwischen dem 70ies-Pop von Steely Dan und dem Synthie-Pop der Pet Shop Boys schließen, so Papooz, und entwickeln daraus – umgeben von den besten Musikern der jungen französischen Musikszene – ihren eigenen Kosmos. Was vordergründig an musikalischer Leichtigkeit kaum zu übertreffen ist, ist tatsächlich das Produkt sorgfältigster Arbeit und perfekter Abstimmung. Und so sitzt dann auch jeder Song von Papooz wie angegossen.

Im Frühjahr 2019 erschien das dritte Album der Franzosen: „Night Sketches“. Der britische Guardian hatte die beiden Musiker bereits 2017 weit oben auf dem Schirm, kürte sie in seiner Rubrik „New band of the week“, definierte deren Leitmotiv als „catchiness“ und zog das Fazit: „They’re infectious – in a good way.“ Im Frühjahr 2020 gehen Papooz unter anderem in Kanada und den USA auf Tour. Im Sommer 2020 besteht auch am Wattenmeer große Ansteckungsgefahr, wenn der Sound von Ulysse und Armand wie eine luftige Brise über den Dangaster Strand weht.


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