Rotzige Frauenpower

Gurr haben auf Tour ein punkiges Konzert im Kulturzentrum Lagerhaus gespielt.

Gurr

Bremen. Ein Jahr ohne Pause hat das weibliche Duo Gurr hinter sich. Die beiden Mädels aus Berlin spielten eine riesige Konzerttour durch Europa und auf unzähligen Festivals. Eine der letzten Shows dieses anstrengenden und aufregenden Jahres haben sie am Dienstag im sehr gut besuchten Bremer Lagerhaus gespielt.

Der Tag beginnt allerdings mit einem Rückschlag. Krankheitsbedingt muss die Londoner Band Shame als Vorgruppe passen. Kurzfristig wird über die sozialen Netzwerke ein neuer Support gesucht. Fündig wurde man in der Bremer Gruppe Empty Bones. Die normalerweise fünfköpfige Band spielt manchmal improvisiert klingendes, lautes Punk-Geschrammel. Es ist ein zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftiger, aber gelungener Auftritt. Da der Drummer so spontan keine Zeit hat, übernimmt einer der Gitarristen das Schlagzeug. Als dieser wiederum an den Saiten gebraucht wird, holen Empty Bones kurzerhand einen Besucher auf die Bühne, der das Instrument beherrscht. Zwei Songs rockt er mit der Band und bekommt dafür viel Lob und kräftigen Applaus.

„Ich glaube, wir haben bei der Breminale im Sommer ein paar Freunde gewonnen“, freuen sich Andreya und Laura von Gurr beim Blick auf das volle Lagerhaus. Als Teil ihrer Live-Band, haben die beiden Mädels noch eine Bassistin sowie einen Drummer dabei. Gemeinsam legen sie rotzig und spielfreudig los und bringen den Club zum Tanzen. Während sie zwischen den Songs genüsslich Rotwein trinken, werden die Stücke immer energischer. Schnell offenbart sich die klare Punk-Attitüde des Frauen-Duos, es ist richtig laut, teilweise gar brachial. Die Bandmitglieder springen über die Bühne und schmeißen sich auf den Boden, das alles zu mal klarem, mal fast kreischendem Gesang.

Eines der Highlights des Abends ist das ruhig und zu zweit gespielte „Moby Dick“, das die Musik klar vor die Performance treten lässt. Dann fordern die quirligen Mädels die anderen weiblichen Gäste auf, ganz nach vorne zu kommen und zur Musik zu springen. Am Ende werden sogar crowdsurfende Frauen gesucht und gefunden, schließlich stößt auch der Sänger der Vorband dazu und gleitet auf den Armen der Besucher durch den Saal. Insgesamt spielen Gurr gut 20 Songs in 75 Minuten, bevor sie die Bühne schließlich verlassen.

Fotos: Max Hartmann

 


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