Springende Energiebündel – Jennifer Rostock und Jupiter Jones im Mehr! Theater

Jennifer Rostock spielen ihr bisher größtes Hamburger Konzert im ausverkauften Mehr! Theater und haben als Support Jupiter Jones dabei.

Hamburg. Mit ihrer aktuellen Tour zum bisher erfolgreichsten, fünften Studioalbum „Genau in diesem Ton“ übertreffen Jennifer Rostock ihre eigenen Bestmarken. Sie bespielen noch größere Hallen und beinahe jedes einzelne Konzert ist ausverkauft. Am Mittwoch haben sie im ausverkauften Mehr! Theater eine energische Show abgeliefert, bei der sie auch an politischen Statements nicht gespart haben.

Vorweg gibt es aber ein gut 40-mütiges Set von Jupiter Jones, die ebenfalls noch nie vor so vielen Besuchern in Hamburg aufgetreten sind. Zunächst nehmen die vor der Bühne stehenden Fans die Musik eher statisch auf, doch spätestens beim Klassiker „Still“ hören alle aufmerksam zu. Im Seifenspender wird Schnaps verteilt und mit dem Publikum gegen Fremdenfeindlichkeit und für Menschlichkeit angestoßen. Insgesamt spielen Jupiter Jones neun Songs, bei „Rennen + Stolpern“ können sie die Besucher zum Mitsingen animieren. Das Set steigert sich und findet im energischen „ImmerFürImmer“ einen gelungenen Abschluss. Am gleichen Tag hat die Band ihr Jahresabschlusskonzert für den 16. Dezember in der Prinzenbar angekündigt.

Eine aufgeladene Stimmung liegt danach im mit 3.300 Besuchern ausverkauften Mehr! Theater in Hamburg in der Luft. Bei bunter Scheinwerfershow betreten die fünf Musiker von Jennifer Rostock die nebengetränkte Bühne. Zuletzt läuft Sängerin Jennifer Weist hinauf und stimmt „Baukräne“ und „K.B.A.G.“ an. Konfetti wird in die Luft geschossen, die Besucher springen, singen laut mit und haben richtig Bock!

Nach diesem Start genehmigt sich die Band erstmal einen Schnaps und kann sich natürlich auf einen Seitenhieb in Richtung der sitzenden Fans auf der Tribüne nicht verkneifen. Die Eltern im zentralen Pulk bekommen dagegen ein Sonderlob von der Band, die noch immer überwältigt von der großen Halle ist. Vor Energie nur so strotzend springen sie anschließend wieder über die Bühne und stimmen „Kopf oder Zahl“ und „Mein Mikrofon“ an – gekonnt wie immer wird auch das Publikum eingebunden.

Beinahe schon ruhige und romantische Töne werden bei „Irgendwie anders“ und „Jenga“ geboten, die beiden Songs performt die Band unplugged mitten unter den Besuchern. Noch persönlichere Momente entstehen, als Sängerin Jennifer den zweiten Song allen Ex-Freunden und -Freundinnen widmet, von denen einige gemeinsam auf dem Konzert sind. Anschließend geht es laut auf der Bühne weiter und ein Schnaps wird auf Gitarrist Alex getrunken, der gerade ein Jahr Babypause macht und heute vertreten wird.

Die Zeit zwischen den Songs nutzt die Band für flammende Statements für die Individualität der Menschen, gegen Fremdenhass, für Toleranz, Selbstbestimmung und eine offene Gesellschaft. Die Themen bewegt die Band ebenso wie die Besucher, die diese Worte feiern. Regenbogen-Fahnen sind im Publikum und auf der Bühne zu finden. „Lasst uns gemeinsam für die richtige Sache kämpfen!“, werden die Fans aufgefordert.

Nach Feuerzeugen bei „Deiche“ und dem hymnenartigen „Wir waren hier“ verabschiedet sich die Band zunächst von der Bühne, doch dies will natürlich niemand auf sich sitzen lassen. Schnell kommen die fünf Musiker mit weiterhin hohem Energielevel zurück auf die Bühne gestürmt und stimmen „Wir sind alle nicht von hier“ an.

Die Ballade „Schlaflos“ wird anschließend gemeinsam mit Sänger Sven von Jupiter Jones gesungen. Bei „Es war nicht alles schlecht“ gibt es wieder härtere Töne auf der Bühne, die diesmal Feature-Gast Nico Webers von „War from a Harlots Mouth“ übernimmt, der gleich mal ins Publikum rennt. Zum Schluss werden Jupiter Jones auf die Bühne geholt, die Bands verbeugen sich und alle stellen sich auf das Ende des Konzerts ein.

Bis plötzlich die prägnanten Beats von „Hengstin“ aus den Boxen knallen, Jubelstürme aufbranden, ein letzter Power-Song absolviert wird und wie schon zu Beginn jede Menge Konfetti über die feiernde Masse geschossen wird. Jennifer Rostock kündigen noch an, dass sie in diesem Jahr ihr zehntes Bandjubiläum feiern und sich die Fans auf einige Überraschungen freuen können. Durchgeschwitzt und glücklich verlassen 3.300 Besucher danach die mit prächtigem Sound ausgestattete Konzerthalle.

Fotos: Jörg Kröger


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