Harmonie statt musikalisches Battle

Razz und Abay haben am Samstag im ausverkauften Tower Musikclub ein gitarrenlastiges Doppelkonzert gespielt.

Razz, Foto: Jörg Kröger

Bremen. Vor einigen Monaten haben sich Razz und Abay in den sozialen Medien einen Schlagabtausch geliefert. Um ihren Zwist endgültig zu klären und beizulegen, sollte das Publikum auf einer gemeinsamen Tour im Herbst Zeuge der musikalischen Streitbewältigung werden. In einen Boxring wurde die Bühne des Towers am Samstag aber nicht verwandelt. Harmonie statt Klassenkampf – für eine Auseinandersetzung haben die beiden Rockgruppen dann doch zu viel gemeinsam.

Auf den ersten Blick unterscheidet die beiden Bands nicht viel. Razz aus dem Emsland und Abay aus Berlin machen beide englischsprachigen Indie-Rock und gehören zu den spielfreudigsten und besten Live-Bands ihrer Klasse. Beide haben zwei Alben veröffentlicht und sind in Bremen zuletzt jeweils einzeln im Tower aufgetreten. Die beiden Fanlager vermischen sich vor der Bühne im ausverkauften Tower und sind doch recht schnell identifiziert. Die Anhänger von Razz sind oft eher im jugendlichen Alter, während die Fans von Abay wie auch die Musiker eher 15-20 Jahre älter sind. Neben den beiden Gruppen sind auch zahlreiche Besucher da, die unabhängig von einer bestimmten Band einfach Anhänger von hochwertiger Gitarrenmusik sind.

Mit Abay erleben sie ein fesselndes Gesamtwerk aus Songs der beiden Alben. Im Nebel ertönen krachende Gitarren, die Musiker sprechen dabei kaum. Lange instrumentale Phasen machen die Band aus, eine starke Lichtshow und einwandfreier Sound runden das Konzert ab. Im Anschluss sind Razz klar die tanzbarere Band, im Vergleich zur Tower-Show im Januar haben sie bei einigen Songs Intros und Bridges verändert und sind generell elektronischer geworden. Beide Auftritte sind in erster Linie von einer wahnsinnigen Spielfreude geprägt, sodass gerade aufgrund des ausbleibenden Schlagabtauschs und der vorherrschenden Harmonie die Fans der einzelnen Lager ein starkes Konzert gesehen und eine neue Band entdeckt haben dürften.

 

 


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