Das Rudel tollt

Die Beginner waren am Mittwochabend mit Support Afrob in der gut besuchten ÖVB Arena zu Gast.

Foto: Jörg Kröger

Bremen. Nachdem die Beginner vor vier Monaten im Pier2 aufgetreten sind, gab es nun das Zusatzkonzert in der Stadthalle. Eine gute Wahl, denn die ÖVB Arena war insgesamt sehr gut besucht, wenngleich auf den oberen Rängen noch etwas Luft war. Tausende Besucher sahen ein starkes Konzert der Hamburger Hip-Hop-Legenden, die letzten Sommer ihr erstes Album seit 13 Jahren veröffentlicht haben.

Im Werder-Trikot kommt Jan Delay alias Eizi Eiz auf die Bühne und begrüßt die Halle in der „Stadt mit dem besten Club der Welt“. Die Menge tobt bereits beim Opener „Ahnma“ – dem großen Comeback-Hit und für viele einer der Songs des letzten Jahres. Auf engstem Raum gesellen sich vor der Bühne Fans in Feierlaune, die beim folgenden „Hammerhart“ richtig abgehen. Weiter geht es mit „Wer bist´n du“ und „Rap & Fette Bässe“ – ein Song wie ein Motto für den ganzen Abend. Überraschend bekommen die Fans sogar ein Cover von „Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann“ geboten, den Song, den Jan Delay einst von Nena coverte.

Auf der Bühne sind neben Eizi Eiz und Denyo zwei Tänzerinnen, oben auf einer Treppe mit LED-Lichtern und Projektionen steht DJ Mad an seinem Pult und mischt die Beats ab. Bunte Luftballons fliegen über die Besucher, die zu Tausenden mitsingen und eine beeindruckende Atmosphäre schaffen. Auf der Bühne sitzt jeder noch so kleine Handgriff, die Beginner sind Profis und das mit absoluter Lockerheit und Leichtigkeit.

Advanced Chemistry ist nicht nur der Titel des aktuellen Albums, sondern vor allem der Name einer Hip-Hop-Gruppe, die zu den Pionieren des Deutsch-Raps zählt. Ohne sie würde es die Beginner nicht geben, und so ist der Titel vor allem eine Huldigung an die eigenen Lehrer. Daher kommt Torch aus der Gruppe in der Mitte des Sets überraschend auf die Bühne und stimmt „Wir waren mal Stars“ an. 1992 schon so aktuell wie leider heute noch, singen die Musiker gemeinsam „Fremd im eigenen Land“ gegen Ausländerfeindlichkeit, das in „Thomas Anders“ von den Beginnern übergeht. Dafür wird Support Afrob nochmal auf die Bühne geholt. Der Songs ist eines der Highlights und ganz klar der Gänsehautmoment des Abends.

Für Jubelstürme sorgen ebenfalls die Songs „Meine Posse“, die Zugabe „Es war einmal“ und natürlich das legendäre „Füchse“. Auch nach 25 Jahren haben die Beginner immer noch unglaublich Bock auf Musik und das Bühnenfeeling. Nachdem sie sich bereits zweimal verabschiedet haben, folgen noch „Liebeslied“, „Rambo No. 5“ und als Rausschmeißer „Nach Hause“. Nach einem finalen Bekenntnis „Lebenslang Grün-Weiß“ von Eizi Eiz ist das Konzert vorbei.

Vorweg spielt Afrob ein 30-minütiges Set mit ordentlichem Bass-Geballer und Oldschool-Hip-Hop. Vor allem die älteren Songs wollten die Besucher hören. Bei „Reimemonster“ gehen Grüße an seinen Bremer Buddy Ferris MC raus. Zum Abschluss spielt er den bekanntesten Song und ASD-Klassiker „Sneak Preview“, der richtig gut ankommt und ein perfekter Auftakt des Abends ist.

(Fotos: jk)

 

 

 


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